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Die Geschichte der Mädler-Passage


Die Mädlerpassage ist ein in der Innenstadt von Leipzig (Grimmaische Straße/Neumarkt) gelegener überdachter Einzelhandels-, Restaurations- und Dienstleistungskomplex und zugleich eine der wenigen vollständig erhaltenen und prachtvollsten Ladenpassagen der Messestadt.
In der Mädlerpassage befindet sich ein Glockenspiel aus Meissner Porzellan und unter anderem auch der berühmte "Auerbachs Keller".

Zwei fortschrittliche Leipziger Geschäftsmänner haben die Geschichte der Mädler-Passage maßgeblich geprägt und sie weltberühmt gemacht: Dr. Heinrich Stromer von Auerbach und Anton Mädler.
1525 begann Dr. Stromer von Auerbach, Rektor an der Leipziger Universität, mit einem Weinausschank im Waldheim-Hummelhainischen Hof. Und weil das Geschäft gut lief, errichtete er bereits fünf Jahre später an selber Stelle einen stattlichen Neubau, das Messehaus "Auerbachs Hof". Dabei blieben die Kellergewölbe erhalten und wurden künftig für den Weinausschank genutzt.
Zur 100-Jahrfeier des Anwesens, 1625, ließ Ratsherr Johann Vetzer, ein nachfolgender Verwandter von Dr. Stromer von Auerbach, das Messehaus umbauen. Gleichzeitig wollte er für den Weinkeller eine neue Attraktion schaffen: Er beauftragte den Maler Andreas Brettschneider zwei Tafelgemälde anzufertigen, die die Legende von Dr. Faustus - sein Ritt auf dem Weinfass und sein Gelage mit den Studenten in einem Leipziger Weinlokal - darstellen. Durch die Rückdatierung der Gemälde auf 1525, waren diese überlieferten Ereignisse fortan mit dem "Auerbachs Keller" verbunden und verhalfen ihm zu mehr Bekanntheit, und durch Goethes Faust zu Berühmtheit.
Auf der Fläche der heutigen Passage stand bis 1912 das Handelshaus "Auerbachs Hof".

Die Mädlerpassage wurde 1912-1914 von dem Kaufmann Anton Mädler als Messehaus erbaut.
Bis zum Anfang des 19. Jahrhundert etablierte sich "Auerbachs Hof" als Messehaus. Mehrfach wechselten die Besitzer, so der Graf Lindenau von Machern und die Grafen von Veltheim. Auch "Auerbachs Keller" erfuhr weiteren Aufschwung, vor allem die fortlaufende bauliche und künstlerische Ausgestaltung zog immer mehr Gäste an.

Am 1. Januar 1911 erwarb Kommerzienrat Anton Mädler (1864-1925), Inhaber der Koffer- und Taschenfabrik Moritz Mädler, den gesamten Häuserkomplex "Auerbachs Hof" und kaufte angrenzende Grundstücke dazu. Dann schrieb er einen Wettbewerb zwischen fünf Leipziger Architekten aus. Theodor Kösser, seines Zeichens Königlich-Sächsischer Baurat, ging daraus als Sieger hervor. Am 12. Dezember 1911 wurde der Bauantrag gestellt. Als die Baupläne Mädlers bekannt wurden, erhoben sich weltweit Stimmen, den "Auerbachs Keller" zu erhalten. Dieser ließ sämtliche Gebäude abreißen und von 1912 bis 1914 das Messehaus Mädler-Passage nach Plänen des Architekten Theodor Kösser errichten. Mädler erwies sich als Idealist und scheute weder Kosten noch Mühen, um das durch Goethes Faust weltberühmt gewordene Lokal in den Bau mit einzubeziehen und noch zu vergrößern.
Ende 1913 wurde der Passagenarm von der Grimmaischen Straße ausgehend einschließlich Auerbachs Keller wieder eröffnet und am 27. Juni 1914 erfolgte bereits die Abnahme für den zweiten Bauabschnitt, der die Rotunde und den Gebäudetrakt zum Neumarkt hin umfasste.
Das errichtete Messehaus "Mädler-Passage" verfügte über 8000 m² Ausstellungsflächen, die sich über vier gewaltige Geschosse verteilen, sechs Treppenhäuser und vier moderne Fahrstühle. An der Grimmaischen Straße befindet sich die prunkvollere der beiden Außenfassaden. Ihre breite Sandsteinfront wird ab dem 1. Obergeschoss durch sechs Halbsäulen gegliedert. Auf ihnen stehen im 3. Obergeschoss Atlanten, welche die Last der darüberliegenden Brüstung mit den 12 paarweise angeordneten Widderköpfen, als Symbole des Bacchus, vor dem etwas zurückgesetzten 4. Obergeschoss tragen. Den Eingang von der Grimmaischen Straße bildet ein bis über das 1. Obergeschoss reichendes Rundbogenportal, das von zwei weiblichen, lebensgroßen Sandsteinfiguren flankiert wird. Eine hält eine Vase, die andere eine Weintraube, womit sie auf die Zweckbestimmung des Gebäudes als Weinkeller und Ausstellungsort für Porzellan hinweisen. Dieses an ein Triumphtor erinnernde Portal sowie die Anordnung der Passagenarme, die in eine oktogonförmige Rotunde münden, lassen an das berühmte Vorbild in Mailand, die Galleria Vittorio Emanuele II. (1865/67) erinnern. Die Innenfassaden waren mit hellem Kalkstein verkleidet.
Die Gesamtlänge des Durchganges beträgt 140 m, die Breite durchschnittlich 5-7 m. Am Zugang zu "Auerbachs Keller" ist die Passage hallenartig erweitert und bietet Platz für die beiden auf Goethes Faust Bezug nehmenden Figurengruppen des Leipziger Bildhauers Matthieu Molitor. Die Eingänge der ehemals zu den Ausstellungsräumen und heute zu den Büroetagen führenden Treppenhäuser weisen eine besondere Gestaltung auf. Die Portale A, B und D sind nach klassizistischem Vorbild rechteckig gerahmt. Darüber befinden sich plastische neobarocke Supraporten: Jeweils zwei puttenförmige Wappenhalter werden von zwei Vasen flankiert.
Das Dach der Mädler-Passage - eine glänzende ingenieurtechnische Leistung jener Zeit - bildet eine Stahlbetonrippenkonstruktion mit quadratischen Glasbausteinen. Es ist über dem zweiten Obergeschoss angeordnet und bezieht damit das dritte und vierte Obergeschoss mit ein. Die Rotunde hat einen Durchmesser von ca. 12 Metern. Über ihr münden die radial verlaufenden Rippen in einer runden Lüftungshaube.
Seit 1970 befindet sich hier über dem Durchgang zur Petersstraße ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan, ein weiterer Hinweis auf die Funktion des Gebäudes als Ausstellungsort für Porzellan. Im südlichen Eckladen am Ausgang zum Neumarkt befindet sich ein bemerkenswertes Detail des historischen Vorgängerbaues. Das barocke Deckenfresko mit "Helios im Sonnenwagen" war beim Abbruch von Auerbachs Hof entdeckt und hierher übertragen, aber auch beschädigt worden. Die 1969 von Matthias Schulz aus Dresden durchgeführte Restaurierung brachte viel von der barocken Wirkung zurück.
Die Mädler-Passage wurde fortan bis 1989 als Messehaus für Porzellan-, Wein- und Ledermessen genutzt.
Diese Tradition setzte sich auch zu DDR-Zeiten fort. Zu den Frühjahrs- und Herbstmessen wurden hier vor allem Porzellan und Steingut ausgestellt. Übrigens wurde die Mädler-Passage durch die DDR nie enteignet, sondern durch das Leipziger Messeamt treuhänderisch verwaltet.
Mit dem Bau des Messehauses am Markt von 1963 bis 1965 erhielt die Mädler-Passage einen dritten Zugang von der Petersstraße. Solche Pläne hatte auch Anton Mädler, konnte sie jedoch zu seiner Zeit nicht realisieren, weil es ihm nicht gelang, die notwendigen Grundstücke dafür zu erwerben.
1993 nach der Wiedervereinigung Deutschlands wollte der Immobilienkonzern Dr. Jürgen Schneider den Komplex sanieren, verwirklicht die Pläne aber nicht, weil der Konzern 1994 in Konkurs ging.
Die aufwändigen Umbau- und Restaurierungsmaßnahmen übernahm 1995 die Mädler-Passage Leipzig Grundstück GmbH & Co. KG. Bis 1997 wurde die gesamte Immobilie, einschließlich des "Auerbachs Keller" nach historischem Vorbild saniert und einer neuen Nutzung zugeführt.
Neben dem geschichtsträchtigen Auerbachs Keller im Untergeschoss befinden sich in der Passage über 20 kleine Ladengeschäfte und Gaststätten. Die Obergeschosse fungieren nicht mehr als Messestandort, sondern bieten unter anderem Platz für Büroräume und das Kabarett Sanftwut.
Leipzigs bekannteste und teuerste Einkaufspassage hat eine Höhe von drei Stockwerken und erhält Licht durch eine Glas-Betondecke.
Es soll Glück bringen, wenn man Faust über den Fuß streicht. Aber nicht nur der mittlerweile goldene Schuh der Goethe-Figur lockt zahlreiche Besucher in die Mädlerpassage. Auch die prunkvolle Ausgestaltung von Wänden und Decken und die schicken Geschäfte laden zum Bummeln ein.
Die Mädler Passage ist die prachtvollste und eine der wenigen vollständig erhaltenen Passagen der Messestadt Leipzig. Bekannt ist sie vor allem durch Auerbachs Keller. Sie ist verbunden mit der Königshaus- und der Messehofpassage. Die Mädler Passage zählt heute zu den Schönsten und meist besuchten Passagen der Welt.


Quellen
Zusammen getragen aus den verschiedenen Seiten
http://www.leipzig-info.net/Info/Maedlerpassage.html; http://maedlerpassage.de/historie/; http://de.wikipedia.org/wiki/Mädlerpassage; http://www.leipziginfo.de/kunst-kultur/sehenswuerdigkeiten/maedler-passage/; http://www.leipzig.de/de/tourist/leipzig/spaziergang/panorama/04175.aspx; http://www.schoenes-leipzig.de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/maedlerpassage; http://www.leipzigerneuseenland.de/kultur-erleben/kulturstadt-leipzig/eine-stunde/maedler-passage; http://www.leipzig-online.de/index.php3?g=11&id=106&seite=1&satz=2&bst=; http://ab-nach-leipzig.de/shopping/shopping-in-der-maedler-passage


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